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Nachhaltigkeit

Wir bezeichnen uns selbst als nachhaltiges Projekt, das Streben nach Klimaneutralität (zero emission) steckt auch in unserem Namen. Doch was bedeutet das genau für uns?

Transport und Logistik

Bei der Logistik für unsere Veranstaltung selbst setzen wir nach Möglichkeit auf Lastenfahrräder. Wenn etwas nicht aufs Lastenrad passt, wird daran gearbeitet oder darauf verzichtet. Die momentan einzige Ausnahme bilden Bühnenteile (1 x 2 m), die wir noch nicht mit dem Lastenrad bewegen können (doch, inzwischen schon!), manchmal aber doch gefordert werden.

Transport von Bühnenteilen auf dem Fahrrad

Energieversorgung

Energie für unseren eigenen Stromverbrauch (also im Lager sowie die Akkus für Aktionen) beziehen wir ausschließlich aus Ökostrom, nach Möglichkeit sogar selbst hergestellt. Dafür haben wir 2019 ein eigenes Solarsystem gebaut, welches mit Sonnenenergie bis zu 100 W Strom erzeugt. Damit laden wir dann erst die kleinen Akkus im Solarsystem, weiter dann andere Geräte (größere Akkus etc) auf.

Wichtig ist darüber hinaus auch die Energieeffizienz von Geräten. Durch unseren Akkubetrieb sind wir häufig resourcensparsam unterwegs. Und auch bei Veranstaltungen mit festem Stromanschluss kommt es selten vor, dass wir Starkstromkabel verlegen müssen. Meist kommen wir auch gut ohne aus!

Statt auf Batterien setzen wir auf NiMH-AA-Akkus für Funkmikrofone und andere mobile Geräte. Auch das spart bei täglichem Einsatz Eimerweise (!) Batterien, wie wir es bei zahlreichen Firmen der Veranstaltungsbranche sehen.

Abfallvermeidung

Bei Veranstaltungen entstehen allerhand Abfälle. Wir versuchen, unsere eigenen möglichst klein zu halten. Dabei verzichten wir so gut es geht auf Einwegmaterial, gerade bei Befestigungstechnik. Wir sind sehr stolz, dass wir schon zwei Jahre mit unserer ersten Rolle Klebeband leben, wo doch anderswo in der Branche frei nach dem Motto "Klebeband kann man nie genug nutzen" gearbeitet wird. Ansonsten nutzen wir gerne Klettband sowie unser Favorit: Wiederverwendbare Kabelbinder.

Wir rufen dabei auch andere Veranstaltungsfirmen auf, verstärkt auf Nachhaltigkeit zu achten. Nicht selten sehen wir, wie nach Veranstaltungen Unmengen an Kabelbindern zerschnitten und häufig nicht einmal eingesammelt werden.

Upcycling und Materialpool

Ein großes Dorn im Auge ist uns auch unser Materialpool. Mehr Technik zu besitzen bedeutet für uns natürlich, coolere Veranstaltungen anbieten zu können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Bilanz von unser ganzen modernen Technik alles andere als vorbildlich ist: Die Grundstoffe der Produktion und die Herstellung selbst sorgen in vielen Teilen der Welt für Konflikte, Transparenz der Lieferketten und ein konsequentes Einhalten der Menschrenrechte ist ein Wunsch, der wohl in absehbarer Zeit nicht in Erfüllung geht. Weiter stoßen Produktion und Transport Unmengen an CO2 und anderen Klimagasen aus, landen unter Umständen (chemische) Abfälle der Produktion in Drittländern. Nicht zuletzt stellt uns die Entsorgung von Geräten ebenso vor Problem: Wohin mit dem Elektroschrott, mit Kunststoffgehäusen, mit verklebten Spanfaserplatten etc?

Wir sind uns der Probleme bewusst und versuchen einen kleinen Beitrag hin zu einer fairen und nachhaltigen Welt zu leisten. Das heißt konkret, dass wir:

  • altes Material so gut es geht abnutzen, dabei auch reparieren und upcyclen: etwa Lautsprecheranlagen etc
  • auf gebrauchte Ware setzen, wenn möglich: Gerade unsere IT-Ausrüstung (Rechner, Mäuse, Tastaturen, Bildschirme) ist nahezu vollständig aus dem Elektroschrott gerettet
  • selber bauen, wenn möglich: wenn es die Zeit und Erfahrung zulässt, bauen wir auch einiges selbst oder improvisieren und etwas zusammen
  • nur neu kaufen, wenn nötig: Auch wenn wir viele Träume hätten und manchmal sogar das Geld da ist, versuchen wir Neuanschaffungen weitgehend zu vermeiden
  • qualitativ und nachhaltig kaufen: Wir verzichten nach Möglichkeit auf schnelle Onlinebestellungen und Schäppchenjagd, kaufen lieber hochwertig. Es gibt schon genug Geräte, die nur kurz halten und schnell zu Elektroschrott werden. Uns ärgert auch, dass viele Projekte sich lieber selbst billige Soundanlagen kaufen, die dann weder "gut" noch "langlebig" sind, anstatt sich bei uns oder anderen etwas auszuleihen.
  • ein simples Monitoring haben: Pakete werden häufig mit Krampen fixiert, die wir sammeln und zur "Chain of Shame" knoten. Diese erinnert uns an die Probleme, das sehr langsame Wachstum zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Das Elektroschrott-Dilemma:

Ursprünglich veröffentlicht im Blogartikel zum Mediatrike-Festival 2021

Kennt ihr das schon? Wir grübeln regelmäßig über diese Frage: Prinzipiell möchten wir möglichst sparsam mit unseren Resourcen umgehen und daher so wenig wie möglich neue Technik anschaffen - und auch wenn wir diese leihen, sorgen für durch die Abnutzung ja wieder dafür, dass neue Geräte angeschaft werden. Also versuchen wir so oft wie möglich auf alte Technik zu setzen und bei Neuanschaffungen sehr hochwertig einzukaufen.

Das Problem in der Praxis: Unser Ideal von Technik wäre ja leicht und effizient, damit wir mit mobilen Einsätzen gut arbeiten können und möglichst wenig Strom (vor allem bei Akkubetrieb) verbrauchen. Nun ist alte Technik aber meist schwer und ineffizient, genau das Gegenteil. Und dazu kommt immer das gewisse Risiko, dass kritische Komponenten jederzeit ausfallen könnten. In diesem Bewusstsein kann man zwar leben, wenn es dann aber doch mal passiert, liegen die Nerven blank - es wäre ja auch wieder fatal, wenn alle politisch coolen Projekte einfach unerträglich wären, weil die Mucke nicht läuft!

Nach der richtigen Balance suchen wir noch! Wir sehen, dass viele in der Szene weit weniger auf Nachhaltigkeit achten als wir - Generatoren verfeuern fossile Kraftstoffe auf der Demo, Einweg statt Merhweg, Auto statt Fahrrad ... Wir bleiben lieber auf der nachhaltigeren Seite!